Alkoholfrei ist bei Craft-Bieren im Trend

Alkoholfrei ist bei Craft-Bieren im Trend

Was war zuerst da: Das Angebot oder die Nachfrage? Wahrscheinlich ist es ein Mix aus beidem. Alkoholfreie Biere gibt es schon seit mehr als 40 Jahren. Wahnsinnig stark interessiert haben sie aber noch niemanden. Der Geschmack war eher gewöhnungsbedürftig und hatte nicht wirklich viel mit einem „richtigen“ Bier zu tun. Einen kleinen Schub erhielten die alkoholfreien Biere, als die Promillegrenze für Autofahrer heruntergesetzt wurde und, als Sportler die alkoholfreien Weizenbiere entdeckten und sich über ihre isotonische Wirkung freuten. Ich persönlich mag von den alkoholfreien ebenfalls die Weizenbiere fast am liebsten, weil dort der leicht süssliche Stich weniger auffällt, da ein alkoholhaltiges Weizen ebenfalls eine dezent süsse Note mitbringt.

Gesunder Lebensstil gibt «alkoholfrei» Auftrieb

Der bewusste und gesunde Lebensstil breitet sich aber seit rund zehn Jahren sehr stark aus und da gehört «alkoholfrei» nun mal dazu. Obwohl es, wie bei vielem anderem, auch die Menge des Konsums ist, die den Unterschied zwischen gesund und ungesund ausmacht, lässt sich natürlich überhaupt nichts gegen weniger oder gar keinen Alkohol sagen. Soweit zur Nachfrage.

Beim Angebot sieht es wie folgt aus:  Bislang war es für eine Brauerei nicht besonders lukrativ für eine so kleine Nische zu brauen, denn die Verfahren sind relativ kompliziert und damit eher kostspielig.

So wird ein alkoholfreies Bier gebraut

Zum einen kann man mit einer relativ niedrigen Stammwürze brauen, damit die Hefe möglichst wenig zu tun hat. Kaum hat sie ihre Arbeit begonnen, wird der Brauprozess wieder abgebrochen, damit gar nicht mehr als 0,5% Alkohol entstehen kann. Die niedrige Stammwürze ist übrigens der Grund, dass alkoholfreie Biere immer recht dünn daherkommen. Zudem bleibt eben viel Restzucker zurück, den die Hefe bei einem „normalen“ Brauprozess in Alkohol umgewandelt hätte. Mittlerweile wurden aber auch schon Hefestämme gezüchtet, die kaum Alkohol produzieren. Bei einem weiteren Verfahren wird dem fertig gebrauten Bier das Ethanol wieder entzogen. Auch hier nimmt man dem Bier natürlich seinen „Körper“ weg.

Die Craftbier-Szene ist verantwortlich, dass die alkoholfreien Biere besser wurden und es eine grössere Auswahl an Bierstilen gibt.

Neue Bierstile kommen als alkoholfrei auf den Markt

Zwar stieg die Nachfrage langsam, aber so hundertprozentig zufrieden war man mit den erhältlichen Bieren trotzdem nicht, was den Brauereien natürlich nicht entgangen ist. Da hat sich dann jemand gefragt, wieso man nicht den Bierstil der Stunde, das IPA, in einer alkoholfreien Version brauen sollte. Schön nachgehopft kann man dem Bier doch noch eine tolle Vollmundigkeit verleihen. Oder mit einer Spur weniger hopfig, ein Pale Ale. Man hat sich gegenseitig inspiriert und neue alkoholfreie Biere schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden und es macht richtig Spass, die alle zu degustieren. Gerade hat die Inselbrauerei auf Rügen direkt vier neue alkoholfreie Biere lanciert und neue Bierstile, in alkoholfrei, werden noch den Weg zu uns finden. Porter oder Stout zum Beispiel. Auch bei diesem Trend stehen wir noch am Anfang und können direkt miterleben, was da noch alles passiert. Auf alle Fälle können wir sicher sein, dass wir noch mit viel Spannung und Überraschungen rechnen dürfen.

Was «alkoholfrei» wirklich bedeutet

Und zum Schluss noch dies:  Wie alkoholfrei ist alkoholfrei überhaupt? Bis 0,5 Volumenprozent, darf ein Bier als alkoholfrei bezeichnet werden, wobei nochmal 0,5% Toleranz erlaubt sind. Soll heissen: Biere, die mit 0,0% angeschrieben sind haben effektiv so um die 0,49%, was aber überhaupt nichts macht, auch nicht für Schwangere und alle, die keinen Alkohol im Blut haben dürfen, sollen oder wollen. Zum Vergleich: Ganz normaler Apfelsaft hat schon ca. 0,4% und eine reife Banane enthält sogar rund 0,7% Alkohol.

Wenn das nicht mal Wissen ist, mit dem man auf der nächsten Party die Gäste beeindrucken kann…

Und deshalb stosse ich auf die vielen «alkoholfreien» Innovationen an, die die Biervielfalt künftig bereichern und uns begeistern werden.

Cheers!

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