Tipps für Craftbier-Fachliteratur

Tipps für Craftbier-Fachliteratur

Hallo liebe Craftbier-Freundin, lieber Craftbier-Freund

Wie du ja vielleicht weisst, führen wir in unseren Läden nicht nur eine Unmenge an Craftbieren diversester Stile und Länder, sondern auch diverses Zubehör, wie zum Beispiel Gläser oder eben Sachbücher zum Thema Craftbier. Auch hier diverse und in einer losen Serie möchte ich dir die mal etwas näher beschreiben. Anfangen würde ich mit zwei komplett unterschiedlichen Titeln, die sich beide auch in meinem privaten Bücherregal befinden. Zum einen ist dies „Craft Beer for the People“ der beiden Brewdog-Gründer James Watt und Martin Dickie. Und zum andern „Vintage Beer“ des amerikanischen Bier-Gurus Patrick Dawson. Beginnen möchte ich mit ersterem:

Craft Beer for the People

„Craft Beer for the People“ ist wohl gedacht als Einstiegshilfe in die wunderbare Welt des Craftbiers, kann aber durchaus immer wieder mal hervorgeholt werden, da es wirklich viele gute Tipps zu verschiedensten Themen enthält. Eingeleitet wird es traditionell mit einer Erklärung was Craftbier überhaubt ist, wie sie überhaupt dazu kamen Craftbier zu brauen – alleine diese Geschichte ist ziemlich interessant und unterhaltsam – und dann geht es im ersten Kapitel damit los, wie man Bier richtig degustiert. Das weisst du wahrscheinlich schon, macht aber nichts, denn auf den folgenden, reich illustrierten 230 Seiten gibt es noch mehr zu entdecken. Natürlich werden sehr viele ihrer eigenen Biere vorgestellt, aber – und das finde ich besonders interessant – immer gleich drei Alternativen anderer Marken dazu. Also im Stile von: „Wenn du unser Punk IPA magst, probiere doch mal dieses, jenes oder das hier. Das zieht sich so durch das ganze Buch, immer schön abgewechselt mit den ganzen Kapiteln, die halt in jedes Craftbier-Fachbuch gehören. Als da wären: Die Grundzutaten Wasser, Malz, Hopfen, Hefe, die Herstellung, die Erläuterung der Bierstile, wobei auch hier Beispiele anderer Brauereien herangezogen werden, Food-Pairing, Gläserkunde, und auch Home-Brewing. Dies zum Beispiel ein Kapitel, das in anderen Büchern meistens nur gestreift wird. Dieses Buch geht da schon relativ ausführlich darauf ein und der Clou dabei ist, dass man gleich diverse detaillierte Rezepte von Brewdog-Bieren bekommt, damit man diese zu Hause nachbrauen kann.

Das Ganze ist wirklich sehr locker, bunt und übersichtlich gestaltet. Das genaue Gegenteil von trockenen Sachbüchern, wie man sie sonst kennt und trotzdem ist es sehr informativ. Zum Schluss gibt es noch weitere Literatur-Tipps, einen Teil, in dem man selbst aktiv werden kann sowie, als Gimmik, noch vier interaktive Bierdeckel. Fazit: Lehrreich und originell, eignet sich sowohl als Geschenk, als auch zum selbst lesen und benutzen.

Vintage Beer

Im zweiten Buch „Vintage Beer“ geht es genau um das, was der Titel verspricht: Wie man Bier im Keller richtig reifen lässt. Dies ist nämlich ein äusserst interessantes Thema und es vergeht wohl keine Schulung, an der ich keine Frage dazu gestellt bekomme. Primär heisst es, dass alles was sauer ist, was über 6,5% Alkoholvolumen hat, das geht. Was den Jahrgang drauf hat sowieso, die wollen sogar, dass man ihr Bier lagert, soweit recht einfach und klar. Aber wie genau sich nun welches Bier über welchen Zeitraum verändert, das kann man eigentlich erst wissen, wenn man es ausprobiert hat. Einer, der das ausprobiert hat, und zwar alles, ist Patrick Dawson. Der reist nun in der ganzen Weltgeschichte rum und sucht nach aussergewöhnlichen lagerfähigen oder noch besser, bereits gelagerten Bieren.

Eingeleitet wird dieses Werk dadurch, wie er dazu kam, dass er auch erstmal einfach ausprobieren musste und seine ersten paar Versuche so ziemlich schief liefen und, dass die meisten Leute einfach mal so gar nicht verstehen, was er da mache. Dann geht es aber schnell los mit den 14 goldenen Regeln worauf man schauen muss beim Lagern. So, nun sind noch nicht mal 20 Seiten rum und man könnte sagen. „Ah okay, jetzt weiss ich’s. Danke.“ Aber nein, jetzt wird es erst so richtig interessant, denn jetzt geht es ins Detail: Malz, Hopfen, Hefe, Alkohol Oxidation ect. Was passiert da genau? Und wenn diese Kapitel durch sind, dann kommt erst der Hammer: Es folgen nämlich sehr detailierte Beispiele von gealterten Bieren und wie sich der Geschmack von diesen über die Jahre verändert. Inklusive grafischem Geschmacksprofil. Darunter sind einige Biere, die wir im Sortiment führen, wie etwa das Rodenbach Grand Cru, das Trappistes Rochefort 10 oder Schneider’s Aventinus.

Zum Schluss folgen dann noch ein paar Tipps, wie man seinen Bierkeller richtig managed, an die ich mich leider nicht mehr halten kann, was rein platztechnische Gründe hat.

Das Buch hat 150 Seiten und ist voll mit wunderschönen Bildern von wunderbaren, teils schon richtig alten, mit einer dicken Staubschicht überzogenen Bieren. Ganz ehrlich, mir läuft hier gerade das Wasser im Mund zusammen.

Vorfreude ist die schönste Freude

Meistens schliesse ich an dieser Stelle damit, was für ein Bier ich mir nun gönnen werde. Heute schreibe ich allerdings ausnahmsweise schon morgens. Deshalb werde ich mich nun dennoch sehr wohl in meinen Bierkeller begeben und mir wieder mal ein richtig gutes, richtig altes Bier raussuchen, das ich mir dann heute Abend genehmigen werde und wer weiss, vielleicht werde ich es dann hier sogar im nächsten Artikel beschreiben.

Bis dann.

Bleib gesund.

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